Which sun protection is the best or right one?

Welcher Sonnenschutz ist der beste oder richtige?

Im Bereich des Sonnenschutzes haben sich zwei Ansätze bewährt: der physikalische und der chemische Sonnenfilter. Beide haben Vorteile und eignen sich in unterschiedlichen Situationen oder Anwendungen. Es gibt deswegen keine sinnvolle allgemeine „entweder-oder“-Antwort, sondern eine für den spezifischen Hauttyp und die Aufgabenstellung optimale Lösung. Deswegen lohnt es sich, die Eigenschaften genau zu kennen.


Der physikalische Filtereffekt beruht darauf, dass feine Zink- oder Titanpartikel wie mikroskopische Spiegel wirken und die UV-Strahlung reflektieren, also keine potenziell schädliche Wirkung auf die empfindlichen Hautzellen treffen kann. Diese Spiegel schirmen die Haut ab. Der chemische Filter (es stehen etwa 12 verschiedene Stoffe zur Verfügung) zieht in obere Hauschicht ein und verwandelt dort die Energie in der UV-Strahlung in Wärme, die dann von der Haut abgegeben werden kann.

Die physikalischen Filter ziehen nicht in die Haut ein. Man spült sie in der Regel mit dem Wasser ab oder reibt sie mit dem Abtrocknen in das Badetuch. Nanopartikel als kleinste Partikelgrössen kamen in den Verdacht, trotzdem in den Organismus der Anwender aufgenommen zu werden und werden immer öfter deswegen nicht mehr angewandt. Das wird meistens auf der Packung vermerkt, um die Konsumenten bestmöglich zu informieren („frei von Nanopartikeln“). Bei Nanopartikeln stellt sich zudem auch die Frage nach der Aufnahme in anderen Organismen, da sie nicht abbaubar sind, beispielsweise Pflanzen und Fische im Wasser oder nachfolgend in die Organismen in der Nahrungskette. Für die menschlichen Anwender haben sie zunächst den Vorteil, gesundheitlich unbedenklich zu sein.

Gleichzeitig sind Zink- und Titanoxide nicht leicht zu verarbeiten. Oft waren die Sonnencremes nicht so komfortabel im Auftragen, sondern etwas pastös oder haben einen weisslichen Film auf der Haut hinterlassen. Inzwischen gibt es aber Hersteller, die diesen Nachteil durch geschickte Verarbeitung und Auswahl der Partikelgrössen vermeiden. Wertvolle Texturen sind angenehm leicht und verteilen sich gut, ohne den unerwünschten „Weisseleffekt“. Der Anwendungskomfort steht anderen Produkten nicht mehr prinzipiell dar. Es kommt sehr auf das spezifische Produkt an.

Chemische Filter ziehen, wie erwähnt, in die obere Hautschicht ein. Sie werden in der Regel nicht abgebaut durch den Zellstoffwechsel, bleiben in der Zelle, bis diese im Zuge der gesunden Hautalterung innerhalb von spätestens 4 Wochen durch frisch nachwachsende Zellen ersetzt werden, indem sie austrockenen und noch einige Tage als Hornzellen die oberste Hautschicht bilden. Die chemischen Filter lagern sich dann nicht im Körper ab. In der medizinischen Forschung- und der staatlichen Aufsicht für gesundheitliche Produktsicherheit wird regelmässig überprüft, ob Grenzwerte überschritten werden, wie viel von einer Substanz in die Blutbahn aufgenommen werden. Zudem sind manche der chemischen Filtersubstanzen regional verboten worden, weil man ihre schädliche Wirkung beispielsweise auf Korallen oder andere Wasserorganismen beobachtet hat. 

Chemische Filter lassen sich in unterschiedlichen Texturen verarbeiten (beispielsweise Gele, Öle oder leichte Cremes), die für bestimmte Anwendungen oder Hauttypen angenehmer sind. Bedenken müssen die Anwender allerdings, dass die chemischen Filter ihre Wirkung erst nach einer gewissen Aufnahmezeit entfalten können. In der Regel sind das 15-30 Minuten, bis sich die auf der Packung angegebene Schutzwirkung vollständig entfaltet hat.

Es stellt sich also jeweils die Frage nach dem gewünschten Effekt, der Anwendungssituation oder dem eigenen Hauttyp. Wichtig ist dabei, die eigene Sonnenempfindlichkeit zu kennen. Das Produkt soll so komfortabel und angenehm auf der Haut sein, dass man es auch wirklich anwendet. Denn der UV-Schutz stellt sich egal bei welchem Produkt nur ein, wenn man es auch richtig anwendet.


Prof. Dr. med. Urs Pohlman

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